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Ostern auf Mallorca: Bräuche und Traditionen

21.02.2017 | Leben auf Mallorca
Ostern auf Mallorca

In der Karwoche zieht Mallorca kulturaffine Menschen aus aller Welt an. Ostern gilt auf der überwiegend katholisch geprägten Baleareninsel als das bedeutendste religiöse Fest des Jahres - entsprechend aufwendig sind die Feierlichkeiten.


Ostern auf Mallorca ist für Besucher die schönste Zeit, um die faszinierenden Bräuche sowie die religiösen und geschichtlichen Traditionen Spaniens hautnah zu erleben - bei meist herrlich frühlingshaften Temperaturen und strahlend blauem Himmel.

 

Historische Osterprozessionen mit barockem Flair

In der Zeit der Karwoche, in Spanien "Semana Santa", also "heilige Woche" genannt, hat der Frühling auf Mallorca bereits Einzug gehalten und die Insel in ein duftendes Blütenmeer verwandelt. Aber nicht nur wegen des herrlich milden Wetters mit Temperaturen, die zu Ostern auf Mallorca oft bei über zwanzig Grad liegen, ist die Baleareninsel in der Semana Santa einen Besuch wert. In der Karwoche finden in unzähligen Ortschaften und Städten Prozessionen und Schauspiele statt, die die Passion Christi auf einzigartige Weise darstellen.

An Ostern ziehen auf Mallorca wie in anderen spanischen Städten unzählige vermummte Menschen mit spitzen Kapuzen durch die Straßen Palmas und anderer Städte der Insel. Die vermummten, in bunte historische Gewänder gehüllten Menschen rasseln mit Eisenketten und tragen aufwendig gestaltete und mit üppigen Verzierungen geschmückte Heiligenfiguren, Altäre und große Holzkreuze. Dieses Spektakel, das eine einzigartig barocke Wirkung verströmt, wird von dumpfen Trommelgeräuschen und Peitschenhieben begleitet. Das von den Kreuzen und Altären auf die Pflastersteine der Straßen tropfende Kerzenwachs ist ein ebenso wichtiger Aspekt der mystischen Atmosphäre.

Das Büßer-Spektakel und seine Geschichte

Die Oster-Feierlichkeiten auf Mallorca ziehen aufgrund dieser bunten Umzüge unzählige Besucher der Insel in ihren Bann. Die vermummten Gestalten sind Mitglieder der rund fünfzig Bruderschaften Mallorcas, der sogenannten "Cofraríes", deren Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Die Mitgliedschaften in diesen privilegierten Büßervereinigungen werden in der Familie vererbt, also von Vätern auf ihre Söhne übertragen. Heute existieren auf Mallorca  auch einige Schwesternschaften, innerhalb derer die Mitgliedschaften von den Müttern auf ihre Töchter übergehen. Ostern auf Mallorca ist vor allem von den vermummten Büßern geprägt, die Christi zu Ehren einzigartig wonnevolle Darbietungen inszenieren. Die Kapuze ist ein Symbol für die Anonymität der Büßer, denn das Gestehen der eigenen Sünden soll im römisch-katholischen Glauben stets im Privaten verborgen bleiben.

Die Highlights der Semana Santa auf Mallorca

Auf ganz Mallorca finden in der Semana Santa an öffentlichen Plätzen Umzüge und als Theaterdarbietungen inszenierte Passionsspiele statt. Das absolute Highlight im Veranstaltungskalender, das jedes Jahr viele kulturinteressierte Urlauber auf die Insel lockt, ist der Processiò de la Sang in der Hauptstadt, der riesige Gründonnerstags-Umzug, an dem alle Mitglieder der insgesamt dreißig Bruderschaften Palmas teilnehmen. Besonders eindrucksvoll ist auch die Vorstellung der Schauspielertruppe "Taula Redona", die am Karfreitag zu Mittag auf den Stufen der Kathedrale La Seu in Palma stattfindet. Wer die mystische Stimmung zu Ostern auf Mallorca auch am Abend des Karfreitags einfangen möchte, sollte die Kreuzabnahme-Prozession in Pollença bei Einbruch der Dunkelheit und die Heilige Grablegung in Sineu vor Mitternacht nicht versäumen. Am Ostersonntag pilgern unzählige Menschen nach Llucamor, wo nach der Morgenmesse eine Jesusstatue von der Pfarrkirche zum Rathausplatz getragen wird. Am Markt können Besucher den Ostersonntag anschließend auch in kulinarischer Hinsicht authentisch mallorquinisch erleben.

Kulinarischer Ostergenuss auf Mallorca

Nach dem Sonntag rücken zu Ostern auf Mallorca die Feierlichkeiten innerhalb der Familie in den Vordergrund. Das in der Regel schon herrlich milde und strahlend sonnige Wetter lockt am Ostermontag viele Mallorquiner ins Freie, die mit der ganzen Familie ein gemütliches Picknick veranstalten.

Andere Familien verabreden sich in einem Restaurant und genießen ein üppiges Mahl. Bereits am Ostersamstag werden traditionell die sogenannten "Panades", die halbrunden, in Fett gebackenen, mit Fleisch oder Fisch pikant gefüllten Mürbteigtaschen gegessen. Dazu wird auf Mallorca meist Gemüse mit Rosinen und Pinienkernen gereicht. Die süße Variante sind die "Robiols" mit einer Füllung aus Quark oder Marmelade. Auch kunstvoll verzierte bunte Eier aus Schokolade, in Spanien "Mona de Pascua" genannt, sind natürlich ein wesentlicher Bestandteil der Feierlichkeiten und werden den Kindern traditionell von ihren Paten überreicht.


Die Semana Santa ist eine einzigartige Möglichkeit, die mallorquinische Lebensart von einer faszinierenden Seite zu erleben. Wer unvergessliche Ostern auf Mallorca verbringen möchte, sollte so früh wie möglich Flüge und Mietwagen organisieren - denn aus gutem Grund ist die Insel in der Karwoche meist Monate im Voraus ausgebucht.

 

Bild oben: ©iStock.com/pabkov

 

 

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