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Regionale Küche - Köstlichkeiten aus Spanien

11.08.2016 | Leben auf Mallorca
Paella - regionales mallorquinisches Gericht

Die mallorquinische Küche ist für ihre Vielseitigkeit berühmt. Dabei nimmt das Meer mit seinem Reichtum an Meeresfrüchten und Fischen einen besonderen Stellenwert ein.


Traditionell und deftig ist sie, bewahrt sich aber trotzdem eine leichte Note. Die mallorquinische Küche greift überwiegend auf Produkte zurück, welche direkt auf der Baleareninsel angebaut, hergestellt und gefangen werden. Zum Einsatz kommen Fisch- und Fleischsorten, in Kombination mit Gemüsesorten wie Auberginen, Paprika, Tomaten und Zucchini.

 

Für den mediterran anmutenden Geschmack sind pikante Gewürze zuständig, abgerundet mit herzhaftem Knoblauch und hochwertigem Olivenöl. Genauso wie auf dem spanischen Festland haben sich auch auf Mallorca kleine Appetithäppchen durchgesetzt, die sogenannten Tapas, welche das Hungergefühl zwischen den Mahlzeiten stillen sollen. Diese typischen Tapas werden zu einem Glas Bier oder Wein gereicht und sind in vielen Varianten im Angebot. Sehr beliebt sind saftige Tortilla-Stücke (Eier-Kartoffel-Omelett), würzige Albondigas (kleine, runde Fleischbällchen) und pikante Oliven. Eine besonders leckere Tapa ist die mallorquinische Spezialität 'Pamboli', eine geröstete Brotscheibe, zuerst mit Knoblauch und Tomate eingerieben und im Anschluss folgen einige Tropfen Olivenöl. Um die echte mallorquinische Küche zu probieren, lohnt es sich, einen Abstecher in die einheimischen Bodegas und Tascas zu machen und die touristisch geprägten Restaurants außer Acht zu lassen.

Die mallorquinische Küche und ihre Einflüsse

Über die Jahrtausende hinweg ist Mallorca von verschiedenen Völkern erobert worden, davon profitiert die einheimische Küche noch immer. Mit den Römern kamen die Weinreben, die byzantinischen Eroberer importierten Kreuzkümmel, Safran und Vanille. Die griechischen Seefahrer brachten die Oliven, im Gegenzug dazu hatten die maurischen Invasoren Mandeln und Orangen dabei.

Diese köstlichen Produkte haben sich auf der Insel etabliert und sind für die mallorquinische Küche mittlerweile unentbehrlich. Mallorca kann beim Kochen auf seine landeseigenen Bodenschätze setzen, in Verbindung mit fangfrischen Fischsorten wie Sardinen und dazu noch delikate Meeresfrüchte. Fleisch ist ebenso ein unverzichtbarer Bestandteil für die mallorquinische Küche, die Einheimischen favorisieren Lamm, Kaninchen, Spanferkel, Wildgeflügel und Ziegen. Je ursprünglicher die Zutaten, desto besser. Auf diesem Grund dürfen die Hühner frei leben, genauso wie die schwarzen Schweine (Cerdo negro), welche halbwild draußen herumlaufen und sich an Eicheln und Kastanien verköstigen. Aus diesem aromatischen Fleisch entsteht der exklusive Pata-Negra-Schinken, welcher mittlerweile in die ganze Welt exportiert wird.

Typische Gerichte in der Mallorca Küche

Kräftige Suppen, deftige Eintöpfe und pikante Fleischgerichte prägen die mallorquinische Küche. Diese Gerichte sollen die hart arbeitenden Inselbewohner lange satt machen und ihnen zu neuen Kräften verhelfen. In den Touristenregionen haben sich etwas leichtere Versionen dieser Rezepte durchgesetzt, passend auch zu den heißen Temperaturen während der Sommermonate. Beliebt sind mehrgängige Menüs, welche mit Genuss und viel Zeit und Muse verspeist werden. Nach der Vorspeise aus appetitanregenden Tapas folgt oft eine Suppe, zum Beispiel die 'Sopa Mallorquin' (Kohleintopf mit Fleischeinlage) oder die 'Caldereta' (Meeresfrüchte-Eintopf mit Langusten und Tomaten, Paprika und  Zwiebeln). Eine viel gegessene Spezialität ist außerdem die 'Sobrassada', eine Wurst aus dem Fleisch der einheimischen, schwarzen Schweinerasse.

 

Typisch ist zudem der Verzehr von Schnecken, nicht nur in ihrer tierischen Variante, sondern auch in Form eines schneckenförmigen Gebäckteilchens, der 'Ensaïmada'. Genauso wie für die vorherigen Gerichte des Menüs, werden für die Süß- und Nachspeisen ebenfalls frisch gepflückte Zutaten verwendet, welche auf der Insel wachsen. Dazu gehören vor allem Früchte, wie Feigen, Orangen, Trauben und Zitronen. Die durchgehende Frische und Qualität der Produkte ist ein charakteristisches Merkmal für die mallorquinische Küche und deren exzellentes Erfolgsrezept.

Mandeln, Kräuter und Essgewohnheiten

Im Frühling erstrahlt das ländliche Mallorca im Glanz der Mandelblüte, einige Millionen Mandelbäume verbreiten ihren süßen Duft ganz weit hinaus. Demgemäß finden nach der Ernte die vielen Mandeln ihren Einsatz in einer breiten Palette an Gerichten und Produkten. Eine traditionelle Gaumenfreude ist das 'Turrón', eine süße Gebäckvariante, welche überwiegend aus knusprigem Mandelkrokant besteht. Sehr populär sind auch Mandelkuchen und Mandelschokolade, welche als Nachtisch mit einem Kräuterschnaps verzehrt werden. Für die Herstellung von 'Hierbas' kombinieren die Inselbewohner die lokalen Kräuter mit dem prägnanten Anis. Auf den Balearen wird das Frühstück sehr stiefmütterlich behandelt, dafür sind das Mittagessen und Abendessen umso reichhaltiger. Allerdings sollten sich Besucher auf etwas spätere Essenszeiten einstellen, am Abend wird das Essen oft erst nach 21 Uhr serviert.

 

Bild: Copyright: ©iStock.com/martiapunts

 

 

Paella - regionales mallorquinisches Gericht

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