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Nationalpark Cabrera – traumhafte vorgelagerte Insel

07.09.2017 | Leben auf Mallorca
Blick vom Meer auf den Leuchtturm der traumhaften Insel Cabrera.

Die unbewohnte Insel Cabrera steht unter Naturschutz und kann nur als Tagesziel besucht werden.

Die Insel Cabrera ist der größte und einzige Nationalpark Mallorcas. Die unbewohnte Insel ist ausschließlich mit dem Boot erreichbar und bietet malerische Landschaften und eine Vielzahl an bedrohten Vogelarten.


Cabrera, auch „Ziegeninsel“ genannt, ist die größte Insel eines südlich von Mallorca vorgelagerten Felsinselarchipels. Der einzige Nationalpark der Balearen liegt ca. 12 km südlich des Cap de ses Salines der Südspitze Mallorcas und zeichnet sich durch sein marines Ökosystem aus. Mit einer Größe von 1155 Hektar ist der Nationalpark auf der Insel Cabrera das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet der Balearen.

 

1991 wurde die Fläche aufgrund der Endemismen und bedeutender Vogelarten zum Nationalpark erklärt. Insgesamt gehörten rund 19 Inseln und Inselchen zum Nationalpark Cabrera, welche sich über eine Größe von 10.021 Hektar erstrecken – 1318 davon an Land. Die Küsten der Insel Gruppe gelten als die ursprünglichsten Spaniens. Von Seite der Verwaltung gehört Cabrera zur Balearen Hauptstadt Palma de Mallorca. Ziegen gibt es auf Cabrera keine mehr, sie wurden vor einigen Jahren von der Insel geschafft als es Befürchtungen gab, die Ziegen würden die Grünflächen zu sehr abgrasen.


Cabrera – atemberaubender Nationalpark für bedrohte Tierarten

Diese riesige Fläche bietet natürlich Raum für zahlreiche gefährdete Tierarten, darunter etwa 130 Vogelarten, aber auch Meeresschildkröten und Eidechsen finden hier ein Zuhause. Für Vogelliebhaber ist die malerische Landschaft der Insel ein wahrer Traum. Die gängigsten Vögel, welche auch auf der Insel brüten sind der Eleonorenfalke, Fischadler, Wanderfalke sowie die Korallenmöwen.


Zwischenzeitlich ist der Nationalpark Cabrera auch eine wichtige Station für Zugvögel. Weitere gefährdete Arten wie der Balearen-Sturmtaucher oder der Gelbschnabel-Sturmtaucher brüten auf Nachbarinseln wie Conillera und Fonoll. Durch die steilen Klippen rund um die Insel stürzen sich die Vögel immer wieder in die Tiefe um kleine Vögel, Insekten oder Fische zu jagen. Alle dort lebenden Säugetiere wurden mit Ausnahme einiger Fledermaus-Arten vom Menschen auf die Insel gebracht. Einheimische Pflanzenarten wie der Wilde Ölbaum, Phönizischer Wacholder, Rosmarin oder Zitronenklee bestimmen die Landschaften und wachsen ausnahmslos nur auf dieser Insel.


In den blauen Tiefen des Meeres

Sobald man in die Nähe der Insel kommt, bemerkt man das berühmte Poseidongras. Der Meeresbereich rund um die Insel ist Großteils damit bedeckt – ein wahrer Segen für die rund 200 verschiedenen Fischarten. In unzähligen kleinen Höhlen haben sich viele seltene Fisch- und Korallenarten angesiedelt.

 

Als besondere Sehenswürdigkeit gilt die „Blaue Grotte“, auch Cova Blava genannt, eine 160 Meter lange und 50 Meter breite Höhle an der Nordseite der Cala Gandulf. Das beeindruckende blaue Licht entsteht durch die Reflexionen auf dem sandigen Grund und hüllt die ganze Höhle in blaues Licht. Die Grotte ist leider ausschließlich vom Meer aus zugänglich und wird nach der Tagestour auf der Insel auf dem Rückweg nach Mallorca angefahren. Mit viel Glück kann man bei einem Tauchgang Delfine, Wale und Meeresschildkröten beobachten. Wassersportarten und Fischerei sind hier strengstens verboten. Die spanische Küstenwache führt regelmäßig genaue Kontrollen durch, ob die Naturschutzzonen durch Boote und Schiffe auch eingehalten werden.


Ein unvergesslicher Tagesausflug mit dem Boot

Erreichbar ist die Insel ausschließlich mit einem Boot. Cabrera gehörte früher zum Festland Mallorcas und trennte sich erst vor ca. 15.000 Jahren von der Hauptinsel ab. Die Überfahrt zur Insel ist meist von dem ca. 30 Minuten entfernten Hafen de Sant Jordi in Colònia oder dem 75 Minuten entfernten Hafen Porto Petro.

 

In der Regel fährt man früh morgens los und kommt gegen 18:00 Uhr von einem atemberaubenden Tagesausflug zurück. Bei der Ankunft im einzigen Hafen von Cabrera wird man nicht nur freundlich begrüßt und registriert, Wanderer erhalten meist kostenlose Informationen und werden bei Touren von Einheimischen begleitet. Es wird stark darauf hingewiesen, auf den ausgezeichneten Wegen zu bleiben und die Natur und Ihre Werte zu respektieren. Einzigartig ist der atemberaubende Sonnenuntergang auf der Insel, eine kleine Bar auf der Insel im Örtchen Es Port bietet Snacks und Getränke, um den romantischen Abend perfekt abzurunden.


Die Geschichte der Insel Cabrera

Die unbewohnte malerische Landschaft wurde im Verlauf des spanischen Unabhängigkeitskrieges stark in Mitleidenschaft gezogen. Zu Kriegszeiten sollen rund 12.000 französische Kriegsgefangene hier untergebracht worden sein. Aufgrund fehlender Nahrungsmittel und medizinischer Versorgung sollen rund die Hälfte von ihnen gestorben sein. Das Denkmal in der Mitte der Insel erinnert an die schreckliche und tragische Episode der Inselgeschichte.


Die mächtige Burgruine auf Cabrera stammt aus dem 14. Jahrhundert und entstand als Bollwerk gegen Piraten, die oft einen Platz zum Verstecken aufsuchten. Neben dem kleinen heimischen Museum Es Celler, welches im Speicher eines einstigen Bauernhofes untergebracht ist, ist die Burgruine eines der beliebtesten Wanderziele auf der Insel.

 

 

Bild oben: ©iStock.com/AlexanderNikiforov

Blick vom Meer auf den Leuchtturm der traumhaften Insel Cabrera.

Die unbewohnte Insel Cabrera steht unter Naturschutz und kann nur als Tagesziel besucht werden.

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