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Mallorquinische Architektur - faszinierende Zeitreise durch die Vergangenheit der Insel

29.05.2017 | Leben auf Mallorca
Die architektonisch beeindruckende Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca

Die Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca

Die Baleareninsel Mallorca verfügt über eine abwechslungsreiche und einflussreiche Vergangenheit mit einer großen Vielfalt an architektonischen Stilrichtungen


Prachtvolle Stadtpalais, Landhäuser im traditionellen Stil, harmonisch in die Landschaft integrierte Fincas – unter den Bauwerken auf Mallorca finden sich sowohl in größeren Städten als auch in idyllischen Bergdörfern wahre Schätze. Die mallorquinische Architektur ist von einer abwechslungsreichen Geschichte geprägt, die eine überraschende Vielzahl an architektonischen Stilrichtungen hervorbrachte.

Architektonische Vielfalt auf Mallorca

Die Faszination Mallorcas entsteht unter anderem durch eine einzigartig lebendige architektonische Vielfalt, die in den Städten, den mittelalterlichen Ortschaften und in den idyllischen, auf der ganzen Insel verstreuten Bergdörfern zum Ausdruck kommt. Die lange Geschichte der Herrschaft durch die Römer, Mauren und Habsburger sowie die künstlerischen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts gaben Mallorca eine unverwechselbare architektonische Identität voller Gegensätze.


Eine besondere Bedeutung kommt der traditionellen Finca zu. Diese herrschaftlichen, besonders großzügig angelegten Landsitze sind eingebettet in ursprüngliche Landschaften. Sie sind heute als Ferienwohnsitze ebenso begehrt wie als Locations für stimmungsvolle Events. Die traditionelle mallorquinische Architektur, deren Stilmerkmale an die Errungenschaften der alten Römer erinnern, prägt das Erscheinungsbild der malerischen Dörfer und Kleinstädte der Insel.


Fans aufwendiger Architektur mit verspielten Details entdecken nicht nur in Palma und Sollér, sondern auch in kleineren Gemeinden prachtvolle Herrenhäuser und Stadtpalais im Stil des Modernisme. Deren kunstvolle Ausarbeitung steht jener der weltberühmten Bauwerke in der katalonischen Metropole Barcelona um nichts nach.  

Malerische Dörfer – die mallorquinische Architektur von ihrer schönsten Seite

In den malerischen Dörfern und kleinen Städten zeugen unzählige alte Landhäuser von der unverwechselbaren kulturellen Identität der Inselbewohner. Hier wird deutlich, dass die mallorquinische Architektur vorrangig von den Einflüssen der alten Römer geprägt ist, unter deren Herrschaft die Insel in der Antike stand. Eine auffällige Besonderheit der Wohnhäuser sind die von Steinbögen gestützten, typisch mallorquinischen Balkone. Sie verbinden Funktionalität und Ästhetik auf einzigartige Weise und verleihen den Fassaden ein charakteristisches Aussehen.


In der Renaissance kam es auf Mallorca zu einer Wiederbelebung der architektonischen Traditionen und Stilelemente der Römer. Sichtbare Balken, die römischen Bögen, Terracotta-Böden sowie der typische Grundriss mit hinter dem Haus gelegenem Außenbereich, kleinem Gemüse- und Obstgarten, Stallungen für Nutztiere sowie einem Brunnen erinnern stark an die römische Bauweise. Eine weitere Besonderheit ist die Verwendung von naturbelassenen Baumaterialien wie Sandstein, Kalkmörtel, Holz oder Stein, die den Häusern ein authentisches und organisches Aussehen verleihen. Auch wenn die meisten Gebäude adaptiert wurden, um sich den Anforderungen des modernen Lebens anzupassen, ist die traditionelle mallorquinische Architektur in den unverwechselbaren Stilelementen noch heute deutlich erkennbar.

Die mallorquinische Finca – Naturverbundenheit mit langer Tradition

Eine besondere Rolle im Tourismus und in der Immobilienbranche auf Mallorca spielt heute die sogenannte Finca. Als einstige Landsitze mallorquinischer Bauern liegen Fincas eingebettet in die idyllische Natur – in der Regel inmitten riesiger Plantagen. In einfachem Stil aus Naturstein gebaut, fügen sich diese Häuser harmonisch in die Landschaft ein und verströmen daher eine ursprüngliche und zeitlos mediterrane Atmosphäre.


Die Finca repräsentiert wie kein anderer Gebäudetyp die Naturverbundenheit der Mallorquiner und auch der Spanier im Allgemeinen. Sie hat jedoch auf Mallorca eine besonders lange Tradition. Im Osten der Baleareninsel, nahe der Stadt Manacor, liegt die älteste erhaltene Finca in ganz Spanien. Die Geschichte des Landsitzes, der sich noch heute in Familienbesitz befindet, reicht bis ins Jahr 1545 zurück. Viele dieser großzügigen historischen Anwesen auf Mallorca wurden als private Villen stilvoll und aufwendig restauriert oder beherbergen heute exklusive Hotels, die sich dem Ökotourismus verschrieben haben.

Prachtvolle Paläste und Stadthäuser

In den großen Städten lässt die mallorquinische Architektur die Herzen aller kunst- und geschichtsinteressierten Menschen höher schlagen. Maurische Paläste und Festungen sowie Kathedralen im Stil der Gotik und Renaissance prägen das Stadtbild von Palma ebenso wie kunstvoll ausgestaltete Stadthäuser, die eindrucksvolle Beispiele der architektonischen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts darstellen.


In der Hauptstadt sind vor allem die Prachtbauten im Stil des Modernisme bedeutsam – der katalonischen Antwort auf den Jugendstil. Gaspar Bennàzar, von kunstbegeisterten Mallorquinern gerne liebevoll "S'Arquitecte" genannt, schuf in Palma mit bunten Kacheln und fantasievoll verschlungenen Ornamenten verzierte Stadtpalais, Hotels und Kaufhäuser. Neben Palma und dem Jugendstil-Juwel Sollér ließen die Reichen der Insel jedoch auch in kleineren Gemeinden Mallorcas um die Jahrhundertwende kunstvolle Gebäude im Stil des Modernisme erbauen, die heute als architektonische Schätze gelten.


Zu den bedeutendsten Beispielen dieser Architekturströmung zählen die Villa Francesca in Bunyola, das Hotel España in Llucmajor und das prachtvolle Mausoleum in Santa Maria del Cami, das einst von der Familie Bestard in Auftrag gegeben wurde.  

Mallorquinische Architektur – abwechslungsreiche architektonische Vergangenheit

Ob romantische Fincas inmitten ursprünglicher Naturlandschaften, von der römischen Bauweise inspirierte Wohnhäuser in malerischen Dörfern oder prachtvolle Bauwerke mit fantasievoll verzierten Fassaden: Die mallorquinische Architektur lässt die abwechslungsreiche Vergangenheit der Insel lebendig werden. Wer die Kultur und Traditionen der Mallorquiner hautnah erleben möchte, begibt sich bei einem gemütlichen Bummel durch die Städte und Dörfer der Baleareninsel auf eine faszinierende Entdeckungsreise.

 


Bild oben: ©iStock.com/orinoco-art

Die architektonisch beeindruckende Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca

Die Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca

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